Georgien-Wissen zum Mitnehmen
Fluss durch den Kaukasus mit oranger Linie aus dem Brandbook

Georgien-Wissen zum Mitnehmen

Georgien dies, Georgien das: Aber was genau macht die Wiege des Weins überhaupt aus?

Nun, um mal ganz einfach anzufangen: Georgien wird als die Wiege des Weins bezeichnet, weil hier vor etwa 8.000 Jahren der erste Weinanbau nachgewiesen werden konnte. Und der Forschung nach ist das der älteste Beweis für Weinkultur auf der Welt. Womit das ganze nachgewiesen wurde? Mit dem Fund eines sogenannten Qvevri (große Tonamphore; auch Quevri, Kvevri oder Kwewri geschrieben)! Entsprechend alt ist die georgische Weinkultur. Zweiter Beweis: Die Vitis-Vinifera (oder auch einfach Weinrebe). Es ist heute unstrittig, dass sie nicht nur aus dem Südkaukasus stammt, sondern hier auch erstmals als Wildrebe von Menschen kultiviert wurde. Heute zählen übrigens mehr als 525 Rebsorten zu den einheimischen Gewächsen in Georgien.

Im Alltagsleben der Georgier*innen spielt Weinanbau eine große Rolle: fast jede Familie kultiviert ihren eigenen Weinberg und stellt im kleinen Qvevri Wein für den Hausgebrauch her. Wein ist damit ein unverrückbarer Bestandteil der georgischen Kultur und auf den Traditionen rund um diese Weinkultur fußt die nationale Identität des Landes und seiner Einwohner.

Was gehört zu einem guten Wein? Richtig! Gutes Essen. Und auch da sind die Georgier*innen uns weit voraus. Mit mächtigen Supras zu jedem (mehr oder weniger) festlichen Anlass wird das Leben gefeiert. Denn in allen Teilen Georgiens gilt das wichtige Leitmotiv: Kein Festtag, kein zu feierndes Lebensereignis ohne Supra! Das georgische Festritual ist ein Muss und ein Symbol der georgischen Identität. Der Name „Supra“ kommt eigentlich von dem georgischen Wort für Tischdecke. Auf der werden nämlich quasi endlos Speisen aufgetürmt – von leichten Salaten und herzhaften Vorspeisen, über nahrhafte Fleischgerichte bis hin zum süßen Abschluss. Und was macht dieses Festessen so besonders? Der Tamada oder auch Trinkspruchleiter auf gut Deutsch. Er ist für die heutzutage nicht mehr so streng eingehaltene Supra-Etikette verantwortlich: Jede Trinkrunde beginnt mit einem Trinkspruch, der vom Tamada vorgetragen wird. Erst nachdem der Tamada getrunken hat, dürfen die Anwesenden dies auch tun. Sie müssen jedoch zuerst nacheinander eigene Trinksprüche zum gleichen Thema aussprechen.

Wie man sieht hat Georgien so einiges zu bieten. Wer noch mehr über das jahrtausende alte Weinland erfahren möchte wirft am besten mal einen Blick in unsere Informationsbroschüre.