Weine aus Georgien.

Geographie.

Georgien liegt dort, wo Europa auf Asien trifft, im Westen begrenzt durch das Schwarze Meer, im Norden durch Russland, im Süden durch die Türkei und Armenien und im Osten durch Aserbaidschan.

Das Klima ist sehr unterschiedlich und umfasst subtropische, hochalpine bis hin zu halbwüstenartigen Zonen. Etwa 80% von Georgien ist gebirgig. Die Nordgrenze zu Russland wird durch den Gebirgszug des Großen Kaukasus gebildet. Diese Barriere schützt Georgien vor Kaltlufteinbrüchen aus dem Norden und die eisbedeckten Flanken dieser kargen, wunderschönen Hochgebirgsregionen speisen viele der Bäche und Flüsse des Landes. Im Süden verläuft der westliche Rücken des kleinen Kaukasus fast parallel zum nördlichen. Doch entscheidend für den Weinbau ist, dass das Land an seiner Westgrenze dem ständigen Einfluss der warmen, feuchten Luft vom Schwarzen Meer ausgesetzt ist.

 

Berge und Tiefebenen

Georgien hat ein unglaublich vielfältiges Klima und eine Topografie, die es ideal für den Ackerbau machen, wobei einige seiner Regionen ideal für den Weinanbau sind. Trotz seiner kompakten Grundfläche gibt es in Georgien eine Reihe von Erhebungen. Die Topografie reicht von den Ufern des Schwarzen Meeres bis zu den hohen Gipfeln des Kaukasus, dem höchsten Gebirge Europas. Mehr als ein Drittel der Fläche Georgiens liegt in den Bergen. Die Nordgrenze zu Russland wird durch den Gebirgszug des Großen Kaukasus gebildet. Dort ragen die schneebedeckten Gipfel bis zu 5.000 Meter in den Himmel. Die südlichen Hänge des Kaukasus gehen in die zentrale Tiefebene in der Nähe der mineralienreichen Küsten des Schwarzen Meeres über.

Klima

Die Gebirgskette des Großen Kaukasus bildet eine Barriere, die Georgien vor Kaltlufteinbrüchen aus dem Norden schützt, während warme, feuchte Luft vom Schwarzen Meer von Westen her ungehindert in das Küstentiefland strömt − eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Weinbau in der Region. Abgeschirmt von extremen Temperaturen sind die Reben sowohl vor starker Sonne als auch vor bitterer Kälte geschützt.

Das Klima in Georgien ist sehr unterschiedlich und umfasst subtropische, hochalpine bis hin zu halbwüstenartigen Zonen.

  • In Westgeorgien herrscht ein feuchtes, subtropisches Meeresklima mit ganzjährigem Niederschlag.
  • In Ostgeorgien ist das Klima wechselhaft von mäßig feucht bis trocken.
  • In der kolchischen Tiefebene gibt es mehrere Klimazonen, die sich mit zunehmender Höhe verändern: subtropisch, mäßig warm und feucht, kalt und feucht sowie alpin.

Geologie

Das Kaukasusgebirge ist reich an Flüssen und Bächen, die mineralhaltiges Wasser in die Täler leiten und so zu den charakteristischen Aromen der Weine des Landes beitragen. Die kolchische Tiefebene in der Nähe der Schwarzmeerküste besteht aus Feuchtgebieten mit reichen Mineralienvorkommen, die von den großen Flüssen Westgeorgiens − Enguri, Rioni und Kodori − herabgespült wurden.

Diese Flüsse und Bäche trugen auch dazu bei, die Kalksteinfelsen und Höhlen zu bilden, die die Landschaft Georgiens prägen.

Zehn Weinregionen erstrecken sich über das ganze Land

Kachetien (Kakheti)

Kachetien im äußersten Osten des Landes ist die größte und bekannteste Anbauregion, etwa 70 Prozent der georgischen Rebfläche ist hier zu finden. Im Schutze des Kaukasus entstehen hier rund 80 Prozent der georgischen Weinproduktion. Die verschiedenen Subregionen gruppieren sich fast alle um den Fluss Alazani, der hier seinen Weg vom Gebirge ins Landesinnere sucht. Das Klima ist wechselhaft kontinental, mit teilweise milden bis subtropischen Temperaturen, es regnet hauptsächlich im Winter, die Sommer sind trocken. Die nährstoffarmen Böden liefern ideale Bedingungen für den Weinbau. Die sogenannten „zimtigen“ (engl. „cinnamonic“) Böden bestehen aus sandigem, kalkhaltigem Lehm mit hohem Eisengehalt, der ihnen die charakteristische zimtige Farbe verleiht. Durch das trockene Klima zerfällt jegliches organische Material am Oberboden sehr schnell. Dadurch müssen die Reben tief in die Erde eindringen und können so besonders komplexe Wurzelsysteme ausbilden, was sich in der Qualität der Weintrauben ausdrückt.

Es gibt 24 geschützte Ursprungsbezeichnungen in Georgien, kurz: PDO (Protected Designations of Origin), 18 davon in Kachetien, 2 in Kartlien, 2 in Racha und Lechkhumi sowie je eine in Imeretien und Samegrelo.

Die bekanntesten und hochwertigsten Herkünfte Kachetiens für Rotweine sind Kindzmarauli mit seinem halbsüßen Rotwein aus Saperavi, und die PDOs Muku- zani und Kvareli, die beide für trocken ausgebauten Saperavi stehen, der jeweils mit Körper, komplexer Aromatik, aber auch Eleganz besticht. Die wichtigste Weißwein- Herkunft ganz Georgiens ist Tsinandali am rechten Ufer des Flusses. Auf bis 300- 750 Meter wachsen hier Rkatsiteli und Kakhuri Mtsvane, aus denen die Weine der PDO entstehen. Die PDO Napareuli gilt für Weiß- und Rotweine, erstere sind reinsortige Rkatsitelis, letztere reine Saperavis.

 

Kartlien (Kartli)

Die Region Kartli rund um die Hauptstadt Tiflis (die auf Georgisch Tblisi heißt) ist von eher flachen Ebenen gekennzeichnet. Hier stehen die Reben in Flussbecken, der Strom Kura verläuft mitten durch die Region. Hier hat – wohl auch durch die Nähe zur pulsierenden Metropole Tiflis – vor allem moderne Weinherstellung Einzug gehalten, doch natürlich entstehen auch hier Weine nach traditioneller Machart. Bekannt ist Kartli für seinen Schaumwein, den Atenuri.

Imeretien (Imereti)

Imereti liegt in West-Zentral-Georgien, dem südwestlichen Verlauf des Rioni folgend. Zwar kann man insgesamt von einem eher feuchteren Klima sprechen. Mikroklimata und Bodentypen variieren hier jedoch sehr, sodass eine Vielzahl verschiedener Weine entsteht. Das Qvevri ist hier als Churi bekannt, der Schalenkontakt meist weniger intensiv als etwa in Kachetien, die Weine dadurch etwas verspielter. Typische, natürlich autochthone Rebsorten sind Tsitska und Tsolikouri sowie Krakhuna – alle drei werden in den Weinen der PDO Sviri verwendet.

Meskheti

Die Region Meskheti liegt im Süden Georgiens an der Grenze zur Türkei. Die Wein- berge der Region liegen traditionell in den Flusstälern des Flusses Mtkvari und sei- nen Seitenflüssen sowie auch an Hängen und auf Terrassen. Meskheti zeichnet sich durch ein kontinentales Klima aus, wenig Niederschlag und kalte Winter sowie lange, heiße Sommer.

Das Klima um Akhaltsikhe, mittig in der Region Meskheti gelegen, unterscheidet sich jedoch von denen der benachbarten Regionen: mit sehr wenig Niederschlag und einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 8-9 Grad Celsius ist dies das trockenste Weinanbaugebiet in Georgien. Die Weinberge müssen daher gut bewäs- sert werden. Im Winter wurden die Reben traditionell eingegraben und die Terrassie- rung bietet zusätzlichen Schutz vor Frost.

Ratscha und Letschchumi (Racha Lechkhumi)

Im Nordwesten Georgiens liegen die beiden Regionen Ratscha und Letschchumi. Hier entsteht zwar mengenmäßig eher wenig Wein, doch dafür sind hier einige sehr rare einheimische Sorten zu finden, die hauptsächlich an den Ufern des Flusses Rioni wachsen. Die Reifeperiode ist hier lang, die Lese findet oft erst spät statt, die Region ist daher bekannt für ihre Süßweine, vor allem aus der weißen Sorte Tsolikouri, die unter der Herkunft PDO Tvishi vermarktet wird, und dem Süßwein der PDO Khvanchkara als Blend aus den beiden roten Sorten Aleksandrouli und Muhuretuli.

Gurien (Guria) und Samegrelo

Guria und Samegrelo liegen am südwestlichen und westlichen Rand Georgiens zwischen den Bergen des Kleinen Kaukasus und der Küste des Schwarzen Meeres im Westen. Das Klima ist feucht und subtropisch mit milden Wintern und heißen Sommern. Die Region blickt auf eine alte Weinbautradition zurück, in der Weinreben oft auch an Bäumen empor gezogen wurden. Die Lese beginnt spät im November und zieht sich manchmal bis in den Januar. Für diese Region typische Rebsorten sind unter anderem Chkhaveri, Jani, Ojaleshi und Chvitiluri.

Ajara

Im Südwesten Georgiens am Schwarzen Meer gelegen gehört Ajara zu den touristi- schen Highlights des Landes. Das feuchte Klima in Küstennähe zeichnet sich durch zahlreiche Sonnenstunden in Frühling und Sommer aus sowie besonders in September und Oktober viel Niederschlag. Der Großteil des Geländes besteht aus Hügeln und Bergen und fast 60% sind mit Wald bedeckt. Auch in Ajara hat Weinbau eine lange Tradition. Heute werden in der Region viele Weinberge neu angelegt oder restauriert und auch alte Rebsorten werden vermehrt eingesetzt.

Apkhazeti

Apkhazeti umfasst eine Fläche von etwa 8.660 qm im Westen Georgiens, am Nordufer des Schwarzen Meeres. Die Topographie ist vielfältig, da die Region von den Ebenen am Schwarzen Meer bis hin zu den hohen Gipfeln im Norden reicht. Die Region ist extrem gebirgig und vor allem an der Küste besiedelt, das Klima ist mild. Bis zum 20. Jahrhundert war Weinbau hier stark verbreitet, bis Mehltau und Grauschimmel die Rebfläche stark dezimierten. Neben den lokalen Rebsorten sind Tsolikouri, Ojaleshi , Chkhaveri, Krakhuna hier weit verbreitet und liefern gute Erträge.

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